Spielarten II: Lochspiel
abgelegt im Archiv Das Spiel am 06.10.08
Das Lochspiel wird zum Beispiel beim Ryder Cup gespielt. Dabei tritt man entweder alleine gegen einen Gegner oder, je nach Spielweise, im Team gegen ein anderes Team an. Über die verschiedenen Spielweisen wird es in den nächsten Tagen einen eigenen Artikel geben, denn die meisten werden sowohl beim Zählspiel, als auch beim Lochspiel eingesetzt.
Anders als beim Zählspiel kommt es hier nicht darauf an, wie viele Schläge ein Spieler braucht um den Ball einzulochen. Vielmehr ist es wichtig, weniger Schläge als sein Gegner zu benötigen. Der Spieler der am Endes eines Lochs weniger Schläge gebraucht hat, erhält einen Punkt. Brauchen beide Spieler gleich viele Schläge, spricht man davon, dass das Loch "geteilt" wurde und jeder Spieler erhält einen halben Punkt.
Gespielt wird über eine vorher festgelegte Anzahl von Löchern, gerade bei Privatrunden sind das entweder neun oder 18 Löcher. Herrscht nach dem letzten gespielten Loch Gleichstand, so spricht man von "All Square". Falls bei einem Turnier nach dem KO-Verfahren gespielt wird und das Ergebnis darüber entscheidet, wer in die nächste Runde einzieht, werden so lange Extralöcher gespielt, bis es einen Sieger gibt.
Wird nicht nach KO-System gespielt, kann ein "All Square" auch stehen bleiben. Zum Beispiel wenn mehrere Teams in einer Mannschaft antreten und die Ergebnisse aller Teams entscheidend sind.
Auch beim Lochspiel kommt das Handicap jedes Spielers zum Tragen. Tritt jemand mit Handicap 0 gegen jemanden mit Handicap 18 an, so hat letzterer immer noch einen Schlag mehr um das Loch zu teilen. Erst wenn er an einem Loch 2 Schläge mehr benötigt, hat er das Spiel verloren.
Ein Lochspiel kann im Prinzip auch schon beendet sein, wenn noch nicht alle Löcher gespielt sind. Das ist dann der Fall, wenn einer der Spieler uneinholbar führt. Spieler A zum Beispiel hat in einem 9-Loch-Turnier bereits fünf Punkte geholt und es sind noch vier zu gehen. Dann kann Spieler B ihn nicht mehr schlagen, selbst wenn er die restlichen vier Löcher gewinnt. In dem Fall spricht man davon, dass Spieler A mit "fünf und vier" (Also: "Funf auf und noch vier zu spielen") gewonnen hat. Mancher Golfer sagt dazu auch kurz "fünf auf vier".
Eine große Besonderheit ist, dass man beim Lochspiel dem Gegner Schläge oder ganze Löcher schenken kann. Ein geschenkter Schlag gilt als eingelocht. Man schenkt einen Schlag, wenn man a) sicher ist, dass der Gegner das Loch mit dem nächsten Schlag trifft oder b) um ihn in Sicherheit zu wiegen. Solche taktischen Finessen bespreche ich aber sicher auch noch mal in einem späteren Artikel.
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